Abensberg: Offene Gräben sollen gegen Fluten helfen

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Starkregen Bürger Abensberg

Das Konzept, den Abensberger Ortsteil Sandharlanden gegen die Auswirkungen von Starkregen zu schützen, steht. 

Ein Jahr lang haben Experten und Sandharlandener Bürger daran gearbeitet. Nun steht es – das Konzept, um den zweitgrößten Abensberger Ortsteil vor den Auswirkungen von Starkregen zu schützen. Ein wichtiger Teil wird sein, ein System von offenen Gräben zu schaffen. „Sie sind leistungsfähiger als Rohre“, sagt Florian Brodrecht vom Fachbüro Spekter. Das war von den Abensbergern ins Boot geholt worden. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl hat einen Zeitraum von drei Jahren für die Umsetzung im Blick.

Der Fachmann freut sich über die Mitarbeit der Sandharlandener. Er habe viele Hinweise bekommen, wo Wasser in welcher Weise im Dorf bei starken Regenfällen auftritt. Das helfe bei den Überlegungen nach Schutzmöglichkeiten. Wobei der grundsätzliche Gefahrenpunkt klar ist: Von den Hängen rund um den Kapellenberg strömt das Wasser im Falle des Falles ungebremst in den Ort.

Baumaßnahmen der Kommune im Norden als auch im Süden des Orts sollen nach den Worten des Experten helfen. Ein längst verrohrter Graben im Bereich der Harlandener Straße soll wieder geöffnet werden. Mit ihm könnte Wasser im Norden am Ort vorbei zu einem weiteren Graben geleitet werden. Außerdem soll östlich der Straße ein Schutzwall entstehen.

Brandl macht klar, dass Baumaßnahmen dieser Art nur möglich sind, wenn Eigentümer Grundstücke zur Verfügung stellen. Es müsse nicht immer Grund verkauft werden, es gebe da auch noch andere Vertragskonstellationen.

Schräg zum Hang pflügen

Auch im südöstlichen Bereich von Sandharlanden sollen Rückhalteflächen entstehen. Brodrecht spricht ebenso von Schutzwällen. Helfen würde dazu, wenn die Landwirte ihre Felder nicht in der Falllinie, sondern schräg zum Hang pflügen würden. Reinhard Handschuh vermisst in Brodrechts Konzept einen offenen Graben entlang der Sandstraße, über den im Vorfeld gesprochen worden sei. Auch den habe es früher gegeben. Brodrecht sagt, er habe diese Möglichkeit sehr wohl untersucht. Allerdings wäre es baulich sehr aufwendig, von dieser tiefen Stelle aus das Wasser in ein Rückhaltebecken im Bereich der Sportanlage zu leiten. Sandharlandener Bürger sind aber der Meinung, dass es nicht vom tiefsten Punkt aus geschehen müsse. Denn dort stünden keine Gebäude. Dort könnte das Wasser bleiben. Brodrecht will jetzt diese Frage noch einmal untersuchen.

Er betont aber, dass es nicht für jedes Grundstück einen Schutz durch öffentliche Maßnahmen geben könne. Die Hänge des Kapellenberges seien teilweise so steil, dass dort keine Schutzbauten vorstellbar sind. Es werde in Zukunft also nicht anders gehen, als dass Hauseigentümer auf ihrem Grundstück bauliche Vorkehrungen treffen müssen. Das sagte er jetzt auch bei einer Bürgerversammlung in Sandharlanden beim Hammermeier, bei der das Konzept vorgestellt wurde. Brandl wirbt ebenso um Verständnis, dass es den hundertprozentigen Schutz nicht geben kann. So gebe es Fotografien von Sandharlanden aus den 60er Jahren. Darauf seien noch einige offene Gräben zu sehen. „Die sind jetzt zu und es stehen Häuser darauf.“

Tipps für jedes Grundstück

Brodrecht geht immerhin davon aus, jedem Hausbesitzer passgenaue Tipps mit auf dem Weg zu geben, was er in seinem Falle machen kann. Die Regensimulation, welche seine Firma durchgeführt hat, erlaube das. Beispielsweise könne vorhergesagt werden, wie hoch das Wasser an einem Punkt stehen werde.

Oftmals würden unspektakuläre Dinge schon helfen –etwa eine Rückstausicherung beim Kanalanschluss vorzusehen. Das würde verhindern, dass Wasser aus dem Kanal auf das Grundstück gelangt. Außerdem erinnert er an alte Gebäude in Dörfern. Da sei die Haustüre oft nur durch eine Stufe zu erreichen. Die Menschen hätten sich dabei etwas gedacht. Der Eingang liege höher – ein Puffer im Hochwasserfall sei vorhanden. In gleicher Weise würde es helfen, etwa Lichtschächte höher zu legen.

(Artikel gekürzt; Im Original erschienen von Wolfgang Abeltshauser unter mittelbayerische.de)

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